Pädagogisch bunt: Sammeln, Legen, Gestalten - Kreative Mosaikideen mit Kieselsteinen
Über das Freie Bildungswerk Rheinland durfte ich an der Michaeli Schule in Köln eine berufsbegleitende Fortbildung zum Thema Kieselsteinmosaik durchführen. Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie lassen sich einfache Materialien wie Kieselsteine, Sand, Muscheln, Glasstücke oder Keramik pädagogisch sinnvoll mit Kindern in der Tagespflege einsetzen?
Der Kurs richtete sich an Tagesmütter und Tagesväter. Dabei ging es bewusst um eine Verbindung aus fachlichem Handwerkswissen und einfacher pädagogischer Umsetzung. Meine Erfahrung als gelernter Steinsetzer und Mosaizist sowie mein Wissen aus Ornamentpflasterei, Naturstein und Kieselsteinmosaik flossen in den Kurs ein — allerdings nicht als komplizierte Fachtechnik, sondern übersetzt in einfache, kindgerechte Gestaltungsprozesse.
Das Kieselsteinmosaik war also fachlich begründet, blieb aber praktisch niedrigschwellig: Steine sammeln, sortieren, fühlen, vergleichen, legen und daraus kleine Muster oder Bilder entstehen lassen. Gerade für die Kindertagespflege ist das wichtig. Die Kinder sollen nicht mit einer überfordernden Technik arbeiten, sondern Material erleben, Formen entdecken und mit einfachen Mitteln eigene Gestaltungsideen entwickeln können.
Kieselsteine bieten dafür viele Möglichkeiten. Man kann sie bei einem Spaziergang am Rhein oder an anderen Gewässern sammeln, nach Farben und Formen ordnen und später gestalterisch einsetzen. Eine einfache Backform, etwas Sand und eine Auswahl an Steinen reichen bereits aus, um erste Muster, Kreise, Sonnen, Wege oder freie Bilder zu legen.
Für dauerhaftere Arbeiten kann das Prinzip erweitert werden: Wenn aus einem gelegten Muster ein wetterfestes Mosaik entstehen soll, kann mit geeigneten Bindemitteln wie Zement gearbeitet werden. Dann wird aus dem spielerischen Legen ein kleines beständiges Werkstück für Garten, Hof oder Außenbereich.
Neben der praktischen Arbeit ging es auch um Materialkunde, Werkzeugkunde und um die Frage, welche Arbeitsschritte mit Kindern sinnvoll und altersgerecht umgesetzt werden können. Die Teilnehmenden erhielten dazu ein Handout, damit die Ideen später in der Tagespflege weitergeführt werden können.
Der Kurs war ausgebucht, das Wetter passte, und wir konnten die Arbeitstische nach draußen stellen. So entstand eine ruhige, kreative und zugleich produktive Arbeitsatmosphäre. Es wurde ausprobiert, gelegt, kombiniert, verworfen und neu gestaltet.
Für mich zeigt dieses Format sehr gut, was handwerklich-kreative Arbeit in der Pädagogik leisten kann: Kinder erleben Material unmittelbar. Sie arbeiten mit den Händen, entwickeln Formen, treffen Entscheidungen und sehen, wie aus einzelnen Steinen ein eigenes Bild entsteht.
Ein schöner Kurstag mit einer engagierten Gruppe — und ein guter Grund, sich auf den nächsten Kurs zu freuen.